Geld verdienen durch den Verkauf von Websites – darauf solltest du achten, wenn du deine Website verkaufen willst – Teil 3

Geld verdienen durch den Verkauf von Websites – darauf solltest du achten, wenn du deine Website verkaufen willst – Teil 3

In den ersten Teilen der Artikelserie habt ihr grundlegend erfahren, wie ihr mit dem Verkaufen von Websites Geld verdienen könnt. Im heutigen letzten Teil geht es darum, den richtigen Käufer auszuwählen und die Übertragung der Website richtig durchzuführen.

“Abzugeben in gute Hände”

Vielleicht habt ihr in den letzten Jahren viel Zeit, Arbeit und Mühe in den Aufbau der Website gesteckt. Oft entwickelt sich dadurch eine gewisse emotionale Bindung. Die Seite wird „euer Baby“, ihr hängt irgendwie an ihr. Ich habe beim Verkauf meiner Seite definitiv wehmütige Gefühle erlebt.

Deswegen ist es umso wichtiger, dass ihr die Seite „in gute Hände“ abgebt. Also an jemanden, der mit Websites umgehen kann und die Seite weiter hegt und pflegt. Natürlich könnte es euch auch komplett egal sein, was der Käufer mit der Seite macht. Aber glaubt mir, wenn es ein langjähriges Projekt war, das euch Spaß gemacht und Geld eingebracht hat, tut es weh, zu sehen, wie die Seite vor die Hunde geht.

Also fragt den Käufer, was er mit der Seite machen will. Wenn ihr ohnehin im Bereich Online-Marketing als Freelancer tätig seid, gibt es vielleicht ja sogar die Chance, dass ihr die Seite gegen Bezahlung weiter pflegt (war bei mir der Fall). So könnt ihr euch weiter um die Seite kümmern und bekommt sogar noch weiterhin Geld dafür.

Abwicklung (Bezahlung, Übertragung)

Ok, ihr habt also einen Käufer gefunden, euch rechtlich abgesichert, einen für beide Seiten fairen Preis ausgemacht und die Bezahlung geregelt. Der Vertrag wurde vom Anwalt abgesegnet und von beiden Seiten unterzeichnet (bitte jede einzelne Seite von beiden Parteien!). Jetzt geht es darum, die Abwicklung zu managen. Hierbei gibt es natürlich ebenfalls einiges zu beachten.

Wie schon gesagt, sollte die Übertragung erst nach Geldeingang erfolgen. Soviel Vertrauen muss der Käufer zu dir schon haben, zumal er ja einen unterschriebenen Vertrag vorliegen hat. Im Vertrag solltest du dir ein paar Tage Zeit einräumen lassen, um die Übertragung vorzunehmen. Sonst machst du dich schnell angreifbar.

Wenn das Geld also eingegangen ist, hat der Käufer den Anspruch auf die Übertragung der gekauften Inhalte. Dazu gehören die Domain und die Inhalte. Er muss also bei seinem Provider einen Antrag auf Übertrag der Domain stellen. Du erhältst dann von deinem Provider die Anfrage, ob du diesem Antrag zustimmen willst. Du musst dem Antrag zustimmen, woraufhin der Käufer einen Auth-Code zugeschickt bekommt. Den Code gibt er bei seinem Provider an. So wird die Übertragung der Domain eingeleitet. Das dauert manchmal 1-2 Tage, bevor alles über die Bühne gegangen ist. In diesem Moment hast du deine Domain übertragen, das war’s dann für dich.

Was noch fehlt ist die Übertragung der Inhalte. Je nachdem, was ihr im Vertrag vereinbart habt, musst du ihm die Inhalte entweder per Zugang zum Webspace, in digitaler Form oder gebrannt auf CD zur Verfügung stellen. Vielleicht kommt auch eine Kombination aus diesen Möglichkeiten in Frage.

Bedenke aber, dass du nur das übertragen kannst, was auch wirklich dir gehört. Wenn sich auf deiner Website zum Beispiel Bilder befinden, die du für die Verwendung gekauft hast, kannst du die Rechte daran meist nicht einfach übertragen. Entweder du nimmst die Bilder also explizit vom Verkauf aus, oder du kaufst ihm die Bilder noch einmal neu, damit er die Rechte daran hat. Die Kosten dafür musst du natürlich in den Verkaufspreis mit einkalkulieren.
Wenn die Domain übertragen ist und der Käufer Zugang zu den Inhalten der Seite hat, bist du verpflichtet, die Inhalte bei dir zu löschen. Denn nun gehören sie alleinig dem Käufer, du hast alle Rechte daran verloren.

Du solltest dem Käufer auch eine Auflistung aller relevanten Ansprechpartner zur Verfügung stellen, die er vielleicht in Zukunft benötigt, zum Beispiel

  • Programmierer
  • Designer, der bei der Erstellung der Seite mitgewirkt hat
  • Linktauschpartner
  • Affiliates
  • Etc.

Ebenfalls solltest du selbst auch deine Kontakte über den Kauf informieren. Ich habe zum Beispiel alle Merchants angeschrieben und mich für die bisherige Zusammenarbeit bedankt. Außerdem habe ich ihnen den neuen Inhaber vorgestellt und ihnen eine erfolgreiche Zusammenarbeit gewünscht. Das hinterlässt einen guten Eindruck. Vielleicht will man ja in Zukunft noch einmal zusammenarbeiten.

Die Lücke füllen

So, die Seite ist weg, jetzt fehlt vielleicht ein großer Teil deiner monatlichen Einnahmen. In jedem Fall gilt es jetzt, die Lücke, die der Verkauf der Seite hinterlassen hat, wieder zu füllen. Einen Teil der Einnahmen solltest du daher in neue Projekte oder den Ausbau bestehender Projekte investieren.

Denke auch daran, sofort den Betrag für die Steuer (Umsatzsteuer und Einkommenssteuer) zurück zu legen. Bei größeren Verkäufen ist das nämlich ein Batzen Geld und wenn du das vergisst und das Geld anderweitig einplanst, kann es am Jahresende eine böse Überraschung geben.

Die alles entscheidende Frage: Lohnt es sich?

Hat sich der Verkauf für mich gelohnt? Ja und nein. Auf der einen Seite habe ich natürlich ein hübsches Sümmchen sicher in der Tasche. Teilweise ist das Geld schon wieder ausgegeben, teilweise schon fest eingeplant für Weiterbildung etc.

Andererseits hat sich die Seite seit dem Verkauf prächtig entwickelt. Die Google-Positionen für die meisten Keywords sind gestiegen, der Sistrix-Sichtbarkeitsindex ist auf einem Allzeithoch und die Einnahmen der Seite sind so hoch wie nie zuvor. Der Käufer wird den Kaufpreis in deutlich kürzerer Zeit amortisiert haben als gedacht. Insofern blutet mir schon ein wenig das Herz, die Seite verkauft zu haben.

Aber natürlich trägt der Käufer jetzt das Risiko, dass die Seite einbricht. Bei den ganzen Google-Updates weiß man ja nie, ob und wann es einen trifft. Auch wenn ich meine Seiten immer auf einem guten Fundament aufbaue und sauber optimiere, kann man trotzdem schnell im Google-Radar auftauchen und schwupps, verliert die Seite jeglichen Wert. Insofern bin ich ganz guten Mutes.

Fazit

Der Verkauf von Websites kann eine gute Einnahmequelle sein, wenn man wichtige Punkte und Fragen beachtet. Rechtliche Beratung ist Pflicht. Ein angemessener Preis ist Verhandlungssache. Man darf keine Angst davor haben, Preisvorschläge des Käufers abzulehnen und so ein Platzen des Deals zu riskieren. Das geht nur, wenn man nicht aus Not heraus verkauft.
Über allem sollte immer die Maxime der „Win-Win-Situation“ stehen. Beide Seiten sollen vom Kauf profitieren. Vielleicht ergibt sich ja aus dem Handel eine längerfristige Geschäftsbeziehung, die viel mehr wert ist, als das reine Geld, das beim Verkauf über den Tisch geht.

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